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30.12.2010

Sicherheitskontrolle: Diskussion um Profiling an deutschen Flughäfen

Flugpassagiere stehen am Check-In an

Beim Profiling werden die Passagiere schon beim Check-In auf auffälliges Verhalten hin überprüft.

Um den Flugverkehr noch sicherer zu gestalten, sollen Passagiere an deutschen Flughäfen zukünftig in verschiedene Risikogruppen unterteilt werden. Das ist zumindest der Vorschlag des Deutschen Flughafenverbandes.

Israel macht es vor – das Profiling gehört dort bereits schon seit einigen Jahren zur Routine. Jeder Flugpassagier wird bei der Ankunft am Flughafen in Tel Aviv sowie vor Flügen nach Israel genau beobachtet und befragt. Vor der Gepäckkontrolle wird jeder Reisende einzeln angesprochen. Bei dem Gespräch wird unter anderem darauf geachtet, wie sich der Passagier, dessen Gesten und Mimik verhalten. Damit sollen Auffälligkeiten wie beispielsweise starkes Schwitzen, ausweichender Blickkontakt oder Nervosität erkannt werden, die auf mögliche Gefahren hinweisen könnten.

Zudem werden Passagiere nach verschiedenen Kriterien wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder auch Familienstand eingeteilt. Die genaue Profiling-Methode wird allerdings geheim gehalten. Israel ist vom Profiling als besonders effektive Sicherheitsmethode überzeugt.  In den letzten Jahrzehnten soll keine einzige Bombe in einem israelischen Flugzeug explodiert sein.

Ob man dasselbe Prinzip auch an deutschen Flughäfen umsetzen kann, darüber wird angesichts der Terrorgefahr in Deutschland derzeit rege diskutiert. Der Präsident des Deutschen Flughafenverbandes Christoph Blume hatte sich am Dienstag (28. Dezember) in der Rheinischen Post für das Profiling ausgesprochen. Er sehe in dieser Methode die Möglichkeit, ein „Ausufern“ der Sicherheitsmaßnahmen zu verhindern. Laut Blume führe jeder neue Vorfall zu weiteren Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen, die jedoch irgendwann ihre technischen und operativen Grenzen erreichen würden.

Das Profiling soll mehr bringen als neue technische Sicherheitsvorkehrungen, so sieht es auch der Deutsche Airline Verband BARIG. Mit der Profiling-Methode soll nicht allein auf mögliche gefährliche Gegenstände, sondern vielmehr auf potentiell gefährliche Menschen gezielt werden, von denen am meisten Risiko ausgehe, argumentiert der Verband auf seiner Internetseite. Der Airline Verband kritisiere schon seit Längerem die sich ständig ändernden Sicherheitsvorkehrungen an deutschen Flughäfen. Trotz des damit verbundenen Zeitaufwandes und der steigenden Kosten steigt die Sicherheit nach Ansicht der Airlines nicht wirklich. Die Fluggesellschaften sehen das Profiling daher als eine effektive Alternative.

Die deutsche Bundesregierung zeigt sich hingegen skeptisch gegenüber der Profiling-Methode. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sprach sich am Mittwoch in der Frankfurter Rundschau gegen die Methode aus mit der Begründung, das Profiling verstoße gegen das deutsche und europäische Gleichheitsgebot. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte, in punkto Sicherheit seien die deutschen Flughäfen gut aufgestellt und es werde kontinuierlich geprüft, wie die Kontrollen optimiert werden können.

Der frühere Sicherheitschef des größten deutschen Flughafens in Frankfurt, Volker Zintel, zweifelte auf dem Sender HR-info zudem an der Übertragbarkeit des israelischen Profiling-Modells auf europäische Flughäfen wie London, Paris oder Frankfurt, da die Passagierzahlen an diesen Flughäfen deutlich höher seien als in Tel Aviv.

Auch die IATA hatte sich vor einigen Wochen für ein Risikoklassensystem ausgesprochen. Sie wolle die Einführung eines sogenannten „Drei-Tunnel-Systems“, bei denen die Passagiere je nach Gefahrenprofil in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

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Tags:Profiling, Sicherheitskontrolle

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